Künstliche Intelligenz als Standortfaktor: Analysis (2025)

Künstliche Intelligenz wird zunehmend zum Treiber wirtschaftlicher Transformation in deutschen Städten und verändert lokale Ökosysteme durch Forschung, Start-ups und Innovationsbereitschaft. Während Städte wie München und Heidelberg vorangehen, zeigen regionale Unterschiede, wie entscheidend strategische Investitionen und Stadtentwicklung für das Potenzial von KI sind.

Sebastian Schmidt
March 31, 2025

Wie sich der KI-Trend in deutschen Städten manifestiert

Einleitung

Künstliche Intelligenz (KI) hat sich in kürzester Zeit von einem technologiegetriebenen Forschungsthema zu einem elementaren Bestandteil moderner Wertschöpfung entwickelt. Insbesondere seit dem Aufkommen generativer KI-Modelle wie ChatGPT Ende 2022 erlebt die Technologie einen bislang einmaligen Schub – in der öffentlichen Wahrnehmung ebenso wie in ihrer wirtschaftlichen Verankerung.

Diese Entwicklung zeigt sich nicht nur in globalen Innovationsrankings oder Investitionszahlen, sondern auch auf regionaler Ebene. In deutschen Städten zeichnet sich seit Jahren ein klarer Trend ab: Immer mehr Unternehmen integrieren KI in ihr Geschäftsmodell, setzen auf Automatisierung, Datenanalyse oder maschinelles Lernen – und verändern damit das wirtschaftliche Profil ihrer Region.

Dieses Whitepaper wirft einen Blick auf die Entwicklung der KI-Intensität in sechs ausgewählten deutschen Städten zwischen 2014 und 2024. Es liefert nicht nur eine datenbasierte Einordnung, sondern ordnet die Trends in den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Kontext ein.

Was wir beobachten

Technologischer Wandel spiegelt sich in Städten wider

Städte sind mehr als geografische Räume – sie sind Ökosysteme aus Talenten, Ideen, Kapital und Infrastruktur. Technologische Entwicklungen wie KI wirken daher direkt auf die urbane Wirtschaftsstruktur: Sie beeinflussen, welche Firmen sich ansiedeln, welche Branchen wachsen und welche Kompetenzen gefragt sind.

Forschung und Gründung treiben KI-Hotspots

Die Städte mit dem stärksten Zuwachs an KI-bezogenen Unternehmen sind häufig jene mit exzellenter Forschungsinfrastruktur und aktiven Gründungsökosystemen. Besonders München und Heidelberg stechen hervor – hier entstehen neue Technologien nicht nur im Labor, sondern finden schnell den Weg in marktfähige Anwendungen.

Die „ChatGPT-Welle“ als Wendepunkt

Ab Ende 2022 setzt eine neue Dynamik ein: Der Erfolg generativer KI-Modelle macht die Technologie für viele Unternehmen greifbar. KI wird nicht mehr nur als langfristiges Innovationsziel verstanden, sondern als praktisches Werkzeug, das heute Mehrwert bringt – von Prozessautomatisierung bis Kundenkommunikation.

Kein Automatismus: Regionale Unterschiede bleiben

Trotz des allgemeinen Booms zeigen sich große Unterschiede in der Geschwindigkeit und Tiefe der KI-Adoption. Städte wie Bremerhaven in unserem Beispiel bleiben hinter dem Trend zurück, was strukturelle Herausforderungen im Zugang zu Talenten, Kapital oder digitaler Infrastruktur andeutet. Die Dynamik der KI-Verbreitung ist also kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis gezielter Investitionen und langfristiger Standortpolitik.

Fünf Learnings aus dem KI-Wandel deutscher Städte

  1. Technologie verändert Orte – nicht nur Märkte.
    KI ist nicht nur eine Frage von Software, sondern auch von Stadtentwicklung. Sie beeinflusst, wo Unternehmen entstehen, wie Menschen arbeiten und welche Regionen wachsen. Wer verstehen will, wo Zukunft passiert, sollte nicht nur auf globale Trends schauen, sondern auf lokale Dynamiken.
  2. Innovation entsteht da, wo Wissen, Mut und Netzwerke zusammenkommen.
    Forschungseinrichtungen, Start-ups und etablierte Unternehmen sind das Rückgrat eines erfolgreichen KI-Ökosystems. Städte, die diese Akteure zusammenbringen – wie München oder Heidelberg – ziehen Innovation fast magnetisch an.
  3. Spezialisierung schlägt Größe.
    Auch kleinere Städte können echte Zukunftsräume werden, wenn sie gezielt auf Technologie setzen. Entscheidend ist nicht, wie groß der Standort ist, sondern wie konsequent er Innovation ermöglicht.
  4. KI ist kein Trend, der „irgendwann“ kommt – sie ist längst da.
    Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: KI ist bereits in der Mitte der Wirtschaft angekommen. Wer sich heute noch fragt, „ob“ man sich damit beschäftigen sollte, hat bereits einen Schritt verpasst. Jetzt geht es um’s Mitgestalten.
  5. Zukunft ist gestaltbar – aber nicht garantiert.
    Regionen, die heute investieren – in digitale Bildung, in mutige Gründer:innen, in smarte Infrastruktur – schaffen die Grundlage für langfristigen Erfolg. Umgekehrt: Wer sich nicht bewegt, fällt zurück. Der technologische Wandel kennt keine Pausentaste.

Abschließender Impuls

Künstliche Intelligenz verändert Städte. Nicht abstrakt, sondern messbar – in der Zahl der Unternehmen, der Qualität der Arbeitsplätze, der Art von Innovation, die dort entsteht. Wer verstehen will, wo wirtschaftliche Zukunft gestaltet wird, sollte KI nicht nur als Technologie betrachten, sondern als Spiegel regionaler Entwicklungskraft. Denn genau hier entscheidet sich, wo morgen Ideen Wirklichkeit werden.

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