Technologie-Diffusion mit ISTARI webAI messen: 3D-Druck in Deutschland

Eine der wichtigsten Technologien unserer Zeit ist der 3D-Druck. Gemeinsam mit der TU München untersuchten wir mit Hilfe unserer webAI die Verbreitung von 3D-Druck-Technologien in Deutschland.
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Jan Kinne

3D-Druck, auch additive Fertigung genannt, gilt als eine der wichtigsten und zukunftsweisendsten Technologien unserer Zeit. Während das in den 1980er Jahren entstandene Verfahren ursprünglich vor allem für das Erstellen von Prototypen und Ersatzteilen entwickelt wurden, findet es mittlerweile auch für die Produktion von Endprodukten eine breite Anwendung.

Für die Messung der Verbreitung und Entwicklung einer solchen, relativ neuen Technologie werden traditionell Patente untersucht oder Experten interviewt. Bei einer Technologie wie dem 3D-Druck, die eine sehr breite, branchenübergreifende Anwendung erfährt, stoßen solche traditionelle Methoden allerdings schnell an ihre Grenzen. So melden bspw. längst nicht alle Unternehmen, die 3D-Druck-Technologie einsetzten, auch Patente im Bereich 3D-Druck an.

Die ISTARI webAI nutzt hochaktuelle, auf künstlicher Intelligenz basierende Methoden, um Informationen automatisiert aus Unternehmenswebsites zu generieren. Auf Basis gewisser Schlüsselworte, die dem 3D-Druck zugeordnet werden können, identifizieren wir relevante Websitetexte. Diese Texte werden dann von webAI gelesen und in verschiedene Kategorien klassifizieren. Für unsere Analyse unterscheiden wir Hersteller von 3D-Druckern, 3D-Druck-Dienstleister, Verkäufer von 3D-Druckern und Unternehmen, die lediglich Information zum Thema 3D-Druck bereitstellen.

Im Rahmen einer für die Technische Universität München durchgeführte Diffusionsanalyse konnte webAI 6.336 Unternehmen in Deutschland identifizieren, die im Bereich 3D-Druck aktiv sind. Dabei zeigte sich unter anderem eine hohe Konzentration auf den Bereich „3D-Druck Dienstleistungen“, regionale Schwerpunkte in Süddeutschland und mögliche Verbindungen zu optischer Industrie und Automobilindustrie.

Eine interaktive Visualisierung unserer Ergebnisse findest du in unserem ISTARI.AI Scrollytelling unter https://stories.istari.ai/3D/de/.

Diese Forschung basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen ISTARI.AI und der Professur für Innovationsökonomik an der Technischen Universität München.

Mehr Informationen zu unserem Projekt findest du in folgender Publikation:

Schwierzy, J.; Dehghan, R.; Schmidt, S.; Rodepeter, E.; Stömmer, A.; Uctum, K.; Kinne, J.; Lenz, D. & Hottenrott, H. (2022): „Technology mapping using WebAi: The case of 3D printing.“ https://arxiv.org/abs/2201.01125.

Autor dieses Artikels ist Sebastian Schmidt